Stress im Vorbereitungsdienst Grundschule – so hältst du ihn in Grenzen!

Stress-Vorbereitungsdienst-Grundschule-Prävention

Inhaltsverzeichnis

Als Lehramtsanwärter/in hat man unbestritten eine Menge zu tun. Dennoch muss die Forderung während des Vorbereitungsdienstes nicht zwangsläufig in Überforderung enden. Im folgenden Artikel beschreibe ich, welche Stressoren im Vorbereitungsdienst auf einen einwirken und was man tun kann, um den Stress gar nicht erst entstehen zu lassen beziehungsweise in Grenzen zu halten.

1. Stressor „Unterrichtsplanung“

Zu Beginn des Vorbereitungsdienstes muss meist erst einmal das alltagstaugliche (!) Planen von Unterricht erlernt und entsprechende Strukturen geschaffen werden.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Vorab das Planen von Unterricht üben & sich mit anderen LAA diesbezüglich austauschen

Hier kann es helfen, sich in den Ferien vor dem Vorbereitungsdienst mit dem Planen von Unterricht zu befassen und eine erste Einheit zu planen, um sich mit Beginn des Vorbereitungsdienstes in vertrauten Strukturen zu bewegen. Außerdem empfehle ich, Unterstützung bei anderen LAA zu suchen und sich mit ihnen auszutauschen. Einige von ihnen haben schon Unterrichtserfahrung und sind somit gute Ansprechpartner. Mir gab zum Beispiel anfangs auch eine Freundin aus dem Seminar, die vorher schon eine Klassenleitung inne hatte, einige wertvolle Tipps 🙂.

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2. Stressor „Doppelbelastung Haushalt + Schule“

Einkaufen, Wäsche waschen, Staub wischen, Unterricht vor-/nachbereiten, Seminare vor-/nachbereiten, für die Prüfungen lernen, Kochen etc. pp. – all diese Aufgaben muss man während des Vorbereitungsdienstes irgendwie unter einen Hut bringen.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Haushaltsaufgaben abgeben

Nach Möglichkeit gibt man am besten einige Haushaltsaufgaben an den Partner oder an Freunde ab. Dadurch wird man enorm entlastet und kann sich aufs Lernen und das Vorbereiten der Prüfungen konzentrieren.

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3. Stressor „Doppelrolle Lehrer und Lerner“

Mit Beginn des Vorbereitungsdienst ist man kein ausschließlicher Lerner mehr wie an der Uni, aber auch noch kein ausschließlicher Lehrer. Man ist beides. Lehrer und Lerner. Als Lehrer muss man u.a. Material erstellen, Unterricht planen, durchführen und reflektieren, Schülergespräche führen, mit herausfordernden Situationen umgehen, Elterngespräche führen, Leistungsnachweise erstellen und auswerten, an Konferenzen teilnehmen, Wandertage mitmachen und noch vieles Weitere mehr. Parallel muss man sich als Lerner Wissen aneignen, weiterbilden, schriftliche Entwürfe schreiben, Seminare vor- und nachbereiten, Unterricht reflektieren und so weiter und so fort .

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Authentisch bleiben & den Unterricht frühzeitig planen

Am besten ist man all diesen Aufgaben gewachsen, indem man einfach man selbst bleibt, denn dadurch erspart man sich schon mal den Stress, sich für eine Rolle zu verstellen. Wenn man dann noch der Veränderung, die der Vorbereitungsdienst samt allen beteiligten Personen mit sich bringt, aufgeschlossen gegenübersteht, ist man gut aufgestellt. Das folgende Zitat von Dalai Lama bietet dabei meiner Meinung nach eine gute Orientierung.

„Öffne der Veränderung deine Arme, aber verliere dabei deine Werte nicht aus den Augen“ – Dalai Lama

Was die Organisation der verschiedenen Anforderungsbereiche betrifft, so bedenkt man am besten von vornherein, dass es unvermeidbare Zusatzstunden am Nachmittag geben wird, die man nicht am Schreibtisch verbringen kann. Stattdessen verbringt man diese Stunden auf länger dauernden Konferenzen, mit einem dringenden Elterngespräch oder im Stau auf der Rückreise vom Seminar. Damit einem diese „Zeiträuber“ am Nachmittag nicht allzu viel anhaben können, plant man am besten immer ein bisschen im Voraus. Dann endet ein unvorhergesehenes Ereignis unter der Woche nicht in einer gefühlten Katastrophe und man muss auch nicht mit „Türschwellendidaktik“ durch den kommenden Schultag taumeln.

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4. Stressor „Auswahl von Unterrichtsmaterial“

Als LAA darf man endlich ins Klassenzimmer. Man erhält Einblicke in die Unterrichtspraxis und darf sich selbst praktisch ausprobieren. Nach jahrelangem Blick in langweilige Bücher ist dabei Reizüberflutung inklusive. Man möchte alles, was man in anderen Klassenzimmern sieht am liebsten sofort basteln. Parallel ist man total motiviert, sein eigenes Material zu erstellen. Man durchstöbert zahlreiche Blogs und Entdecker-Apps, erstellt Material wie am Fließband und würde dabei am liebsten jedes Schnipselchen laminieren,  damit es auch nach der Benutzung noch schön aussieht.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Gezielt Unterrichtsmaterial erstellen und danach suchen

Nicht jedes Material, das man in anderen Klassenzimmern sieht, braucht man in seinem eigenen Klassenzimmer wirklich. Deshalb kann man die Ideen getrost erst einmal analog in einem kleinen Notizbuch oder digital im Smartphone als Bilddateien sammeln. Am besten nach Kategorien geordnet, damit man sich bei Bedarf in der Ideenflut zurechtfindet 😉.

Dasselbe gilt für Material, das man online entdeckt. Am besten sucht man immer nur gezielt nach solchem Material, das man für die nächste Unterrichtseinheit braucht. Eine gute Übersicht über tagesaktuelle Materialien und Unterrichtsideen gibt es bei LehrerLinks.net. Gleichzeitig kann man dort gezielt nach Materialkategorien suchen – also den Tunnelblick quasi vorher einstellen 😉. Dadurch wird die Materialjagd ein bisschen erleichtert.

Bevor man insgesamt wie wild Material erstellt und dann später feststellt, dass man es in der Form für seine Lerngruppe eigentlich überhaupt nicht gebrauchen kann, überlegt man sich am besten vorab, wie man das Material für die Lerngruppe anpassen/ergänzen müsste. Denn in den seltensten Fällen passt das Material, das man irgendwo entdeckt, 1:1 auf die Anforderungen der eigenen Lerngruppe. Manchmal muss man das Wort- oder Zahlenmaterial anpassen. Manchmal bedarf es anderen oder weiteren Differenzierungsangeboten etc. Deshalb: Erst ausführliche Gedanken machen und dann die Produktion starten.

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5. Stressor „Erstellen von Unterrichtsmaterial“

Hat man das Unterrichtsmaterial sorgfältig ausgewählt beziehungsweise sein eigenes Material designt, muss es erstellt werden. Wenn man überwiegend materialbasiert unterrichtet, kann das für die Hände und auch für das Gehirn in einer echten Herausforderung enden.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Für abwechslungsreiches Unterrichtsmaterial sorgen

Damit man beim Erstellen des Materials nichts vergisst, legt man sich am besten vorab eine To-Do-Liste an., die das Gehirn bei der Arbeit ein wenig unterstützt. Um bei der Arbeit nicht abzustumpfen, lohnt es sich, im Vorfeld für abwechslungsreiches Material zu sorgen. Damit meine ich, dass man nicht ständig irgendwelche ausgedruckten und anschließend laminierten Unterrichtsmaterialien benutzen muss, sondern durchaus auch mal auf alternatives, wiederverwendbares Material zurückzugreifen kann (soll). Das freut die Umwelt, die Hände, das Gehirn und die Kinder.

Tipp: Gleichzeitig kann man sich zum Erstellen von Unterrichtsmaterial Musik einschalten oder Freunde einladen. Dadurch sorgt man für Entspannung und Abwechslung bei der Arbeit 😊.

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6. Stressor „Laminieren“

Laminieren ist zwar bei den meisten Lehrern fast schon eine Art Zwang, aber es ist nicht sehr umweltfreundlich, beansprucht die Hände in ungeheurem Ausmaß und ist manchmal auch überhaupt nicht nötig. Zudem erfordert es eine Menge Zeit.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Unterrichtsmaterial auch mal unlaminiert einsetzen

Deshalb sollte man sich genau überlegen, welches Material tatsächlich laminiert werden muss und welches Material auch unlaminiert zum Einsatz kommen kann.

Tipp: Wenn wirklich mal eine größere Menge laminiert werden muss, kann man sich auch Unterstützung von jemandem holen, der noch motiviert ist, was das Bedienen des Laminiergeräts angeht 😉.

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7. Stressor „Zettelwirtschaft“

Blockblätter, Zettel, Post its – beschriftet mit unzähligen Aufgaben. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich machen solche Arrangements auf meinem Schreibtisch total nervös. Nicht nur, dass ich weiß, dass hinter jeder Notiz eine unerledigte Aufgabe auf mich wartet. Nein, die Unordnung der Zettelwirtschaft löst bei mir auch ein Gefühl der Überforderung aus.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Notizen und Notizzettel sortieren

Weil ich Zettel und Post its im Unterrichtsalltag einfach liebe (man kann sich zu jeder Zeit eine schnelle Notiz machen), mich die unübersichtliche Sammlung dieser Zettelwirtschaft allerdings total in Stress versetzt, habe ich mir angewöhnt, morgens im Klassenzimmer Notizen zu machen, sie für den Nachhauseweg in einer kleinen Dokumentenmappe zu sammeln und diese nachmittags entweder direkt abzuarbeiten (wenn sehr dringend), auf meine To-Do-Liste zu setzen (wenn kurzfristige Abarbeitung nötig) oder in meinen Lehrerkalender einzutragen (wenn längerfristige Abarbeitung möglich). Mit dieser Kombi komme ich eigentlich ganz gut zurecht.

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8. Stressor „Mangelnder Ausgleich“

Im Vorbereitungsdienst gibt es so viel zu tun, dass man manchmal gar nicht merkt, wie schnell die Zeit vergeht. Abends, wenn man sich ins Bett legt, merkt man dann, dass man mal wieder absolut gar nichts für sich, aber unglaublich viel für die Schule und das Studienseminar gemacht hat.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Ausgleich einplanen

Damit man bei all der Arbeit selbst nicht auf der Strecke bleibt, ist es wichtig, dass man für Ausgleich sorgt. Wenn man – wie ich – manchmal vergisst, für Ausgleich zu sorgen, dafür Pläne wie ein Roboter abarbeitet, kann man sich einfach jeden Tag eine Stunde Ausgleich auf den Plan setzen (z.B. schwimmen gehen, laufen gehen). Somit ist dieser Ausgleich schon mal garantiert. Neben der freien Zeit, die man sich unter der Woche einräumt, sollte man sich auch einen freien Tag am Wochenende zugestehen, an dem man Beschäftigungen fernab von Schule und Unterricht nachgeht (wir bauten z.B. immer samstags unseren Camper aus). Den anderen Tag kann man dann nutzen, um schulische Dinge zu erledigen. Um den Kopf richtig frei zu bekommen, sollte man außerdem unbedingt in jeden Ferien wenigstens für einige Tage wegfahren und sich diese freie Zeit auch von nichts und niemandem nehmen lassen.

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9. Stressor „Andauernde Gespräche über Schule“

Als LAA sind Gespräche über „Schule“ und „Unterricht“ allgegenwärtig. Schließlich gibt es diesbezüglich eine Unmenge an Themen, über die man sich mit anderen austauschen möchte beziehungsweise teilweise auch einfach austauschen muss.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Zwischen Arbeit und Privatleben trennen

Um diesen Gespräche wenigstens ab und an zu entkommen, empfiehlt es sich, zwischen Arbeit und Privatleben zu trennen. Das heißt, man sollte sich selbst bewusst machen, wie gut es einem verhältnismäßig tut, Nachmittage und Wochenenden mit Kollegen zu verbringen, mit denen man meist automatisch über Schule (auch wenn es nur in einem Nebensatz ist) spricht oder durch die man zumindest an Schule erinnert wird und Freizeitkontakte entsprechend auswählen.

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10. Stressor „Unterrichtsstörungen“

Unterrichtsstörungen, egal welcher Herkunft und Art, sind sowohl für einem selbst als auch für die Kinder enorm anstrengend und belastend.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Einen störungsarmen Unterricht anstreben

Deshalb sollte man einen möglichst störungsarmen Unterricht anstreben. Eine gute Basis schafft man, wenn man den Kindern zu jeder Zeit mit Wertschätzung, Interesse und Respekt zu begegnen. Denn dadurch sorgt man für eine gute Beziehung und ermöglicht beste Voraussetzungen für das Lernen und die persönliche Entwicklung der Kinder. Darüber hinaus sind die vier Dimensionen des Lehrerverhaltens nach Jacob Kounin ein guter Leitfaden für ein erfolgreiches Lehrerverhalten und somit einen störungsarmen Unterricht.

Wenn man sich zudem gut vorbereitet, sich selbst- und weiterbildet, über ein gutes pädagogisches/methodisches und didaktisches Wissen verfügt, regelmäßig Selbstreflexion betreibt und den Lernstand der Kinder konsequent diagnostiziert, ist man was die Prävention von Unterrichtsstörungen und somit das Erreichen eines störungsarmen Unterrichts betrifft, schon mal gut aufgestellt.

Tipp: In Bezug auf störungsarmen Unterricht lohnt sich ein Blick in folgende Bücher.

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11. Stressor „Aufgabenkontrolle im Unterricht“

Wer kennt es nicht? Die Kinder sind im Unterricht mit einer Übung fertig. Sie rufen lauthals, dass sie fertig sind und/oder kommen mit ihrem Material angedüst. Daraufhin hat man das Gefühl, sich in 20 Teile teilen zu müssen, um jedem Kind Rückmeldung zu geben. Dass das nicht geht, ist klar. Rückmeldung möchte man den Kindern trotzdem geben. Also muss eine Lösung für das Problem her.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Selbstkontrolle in der Lerngruppe einführen

Dazu kann man in seiner Lerngruppe die Selbstkontrolle einführen und so oft es geht im Unterricht Selbstkontrollmöglichkeiten anbieten. Das entlastet enorm. Zudem bekommt jedes Kind direkt Rückmeldung über seine Leistung und die Selbstreflexion wird auch noch gleich gefördert. Persönlich kann man nachmittags immer noch in Ruhe die Aufgaben der Kinder durchsehen und dabei Aufschluss über den inhaltlichen, den methodischen und den selbstreflexiven Lernstand des jeweiligen Kindes gewinnen.

Tipp: Was die Visualisierung der Selbst- und Fremdeinschätzung betrifft, kann man auf den Smiley-Stempel zurückgreifen. Mehr zum Smiley-Stempel und seinem Einsatz im Unterricht findet ihr in einem separaten Bericht.

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12. Stressor „Hektik am Morgen im Klassenzimmer“

Neben der Aufgabenkontrolle im Unterricht, ist die Hektik am Morgen im Klassenzimmer ein weiterer Nervenkiller. Man kommt punktgenau durch die Tür – sei es, weil man im Stau stand, verschlafen hat oder im Lehrerzimmer hängen blieb – im Klassenzimmer steppt der Bär, ein Blick in die Planung bleibt erfolglos und der Start in die Unterrichtsstunde verläuft eher schlecht als recht. Dieser Stress am Morgen tut gar nicht gut – weder den Kindern noch einem selbst. Die innere Unruhe macht sich unterbewusst bemerkbar und der holprige Start hängt einem den ganzen Tag über nach.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Morgens vor den Kindern im Klassenzimmer ankommen

Deshalb kann ich für den Alltag nur den Tipp geben, morgens vor den Kindern im Klassenzimmer anzukommen,  zu lüften, alles bereitzulegen, gegebenenfalls nochmals in die Planung zu schauen und sich mental vorzubereiten. Wenn sich die Kinder dann anschließend nach und nach im Klassenzimmer einfinden, ist man bereits angekommen und verkörpert einen Ruhepol im Raum. Das sorgt für eine positive und entspannte Atmosphäre am Morgen.

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13. Stressor „Anforderungen & einzuhaltende Termine“

Während des Vorbereitungsdienstes gibt es, genau wie im späteren Lehrerleben auch, unzählige einzuhaltende Termine (z.B. Elternabende, Konferenzen). Dazu kommen im Referendariat noch die Anforderungen, die seitens des Studienseminars in regelmäßigen Abständen auf einen warten und ebenfalls terminlich einzuhalten sind (z.B. UB, Situationsanalyse, Lernprozessbeobachtung, Entwicklungsaufgabe, Prüfungen).

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Tischkalender und To-Do-Listen führen 

Um einen guten Überblick über all die Anforderungen zu haben, half mir persönlich immer ein Tischkalender, in den ich all meine Termine eintrug. Dadurch hatte ich immer einen guten Überblick und vergaß nichts. Besonders wichtige Termine vermerkte ich immer noch in meinem Mobiltelefon und aktivierte die Weckfunktion für diesen Tag.

Was die Bearbeitung der Aufgaben anging, erstellte ich mir parallel To-Do-Listen, auf denen ich die Anforderungen geordnet und priorisiert festhielt und mir in Klammern grob die Tage ergänzte, an denen ich mich der jeweiligen Aufgabe widmen wollte. Aufgaben, die im Laufe eines Schulmorgens spontan reinkamen, erledigte ich immer direkt nachmittags.

Insgesamt kann ich sagen, dass man alle Aufgaben am besten zügig erledigt. Denn beim Aufschieben muss man sich wieder Notizen machen und sich dann immer wieder daran erinnern. Das kostet nicht nur Zeit, sondern verursacht auch Stress und birgt die Gefahr, dass etwas vergessen geht oder nicht rechtzeitig fertig wird. Von daher nur Dinge auf To-Do Liste setzen, die, was das Abgabedatum betrifft, noch ein bisschen Zeit haben, alles andere: gleich erledigen.

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14. Stressor „Unterrichtsbesuche“

Ein großer Stressor im Vorbereitungsdienst sind – zumindest zu Beginn – die Unterrichtsbesuche. Man möchte guten Unterricht zeigen, kennt die Kinder noch nicht so wirklich und kann auch die Fachleiter noch nicht so richtig einschätzen.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Bei den Unterrichtsbesuchen authentisch bleiben & die UB-Stunden frühzeitig planen

Hier ist es am wichtigsten, dass man authentisch bleibt. Heißt: Man sollte in seinem Unterricht und auch bei seinen Unterrichtsbesuchen nur Dinge zeigen, hinter denen man mit ganzem Herzen steht.

Außerdem half mir persönlich immer eine frühzeitige Planung der Unterrichtseinheit, bei der ich schon einige Wochen im Vorfeld des UB die Themen der gezeigten Stunden inkl. Lernaufgabe für mich festlegte. So konnte ich die Unterrichtseinheit von Beginn an nutzen, um wertvolle Unterrichtsbeobachtungen zu sammeln, die auch für die UB-Stunde wichtig waren und schrieb zudem häppchenweise jeden Tag ein bisschen am Entwurf. Dadurch gelang es mir im Grunde ohne große Anstrengung fundierte Entwürfe zu schreiben.

Was den Tag des Unterrichtsbesuchs konkret betrifft, ging ich immer so vor, dass ich am Vorabend nochmals die gesamte Verlaufsplanung in Form eines Monologs durchging. So verinnerlichte ich die Stunde nochmals in einer Art und Weise, dass ich sie auch unter Stress problemlos halten konnte und fühlte ich mich für den kommenden Tag gut vorbereitet. Außerdem kochte ich mir immer nochmals einen Früchtetee und legte ich mich rechtzeitig ins Bett, sodass mir acht Stunden Schlaf blieben.

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15. Stressor „Abschlussprüfung“

Der wohl größte Stressor überhaupt, der während des ganzen Vorbereitungsdienstes wie ein schwerer Klotz an einem zieht, ist die Abschlussprüfung.

Stresspräventions-/Reduktionstipp: Frühzeitige Prüfungsvorbereitungen treffen & im Vorfeld der Prüfung Ruheinseln schaffen 

Ihr begegnet man am besten, wenn man sich rechtzeitig, d.h. circa ein halbes Jahr vor der Prüfungsphase einen Lernplan erstellt, dort die einzelnen Etappen einträgt und frühzeitig mit dem Lernen und dem Vorbereiten der praktischen Prüfung sowie der Präsentationsprüfung beginnt. Dadurch erspart man sich am Ende die Angst und das Druckgefühl, zeitlich nicht hinzukommen.

Um dem Prüfungstag entspannt zu begegnen, hilft es außerdem, vorab Körper und Geist herunter zu fahren. Das gelingt, wenn man sich schon einige Wochen vorher im Alltag regelmäßig kleine Ruheinseln schafft und während dieser Zeit bewusst einer Beschäftigung nachgeht, die beim Entspannen und Sammeln der Gedanken hilft.

 

Fazit zum Stress im Vorbereitungsdienst & Memo zum kostenlosen Download

Im Vorbereitungsdienst gibt es viel zu tun und ich denke, es gibt niemanden, der während des Vorbereitungsdienstes nie gestresst ist. Irgendwo ist guter Stress auch wichtig. Er beflügelt und spornt an. Wichtig ist nur, dass der negative Stress nicht überwiegt. Damit man die Stresspräventions- beziehungsweise Stressreduktionstipps im Alltag nicht vergisst, habe ich im Folgenden ein Memo inkl. Selbstreflexionsmöglichkeit 😉 zum kostenlosen Download bereitgestellt. Ich dachte, das Memo lässt sich gut sichtbar überall auf dem Schreibtisch platzieren und verhilft dadurch hoffentlich zu stressfreien Momenten.

P.S. Fallen euch noch weitere Stressoren und/oder Stressreduktions-/Präventionstipps ein? Dann ergänzt diese gerne in den Kommentaren.

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