Müllproblematik auf Bali – Plastikmüll auf den Straßen, an den Stränden, im Ozean

Muell-ohne-Ende-auf-Bali

Heute berichte ich euch über ein Thema, das zwar nur indirekt etwas mit meiner Arbeit als reisende Grundschullehrerin zu tun hat, mir aber persönlich sehr am Herzen liegt. Es geht um das Thema Müll.

Wie ihr in vorherigen Artikeln schon lesen konntet, bin ich momentan als reisende Grundschullehrerin auf Bali. Und ich liebe diese kleine Insel mitten im Indischen Ozean! Lebensfrohe Menschen, traumhaftes Wetter, wunderschöne Holzkunst, beeindruckende Tempel, leuchtende Reisfelder, einzigartiger Spirit und atemberaubende Natur – all das macht Bali für mich so besonders. Nur eine Sache gefällt mir hier auf Bali so überhaupt gar nicht. Überall ist Müll!

Amed-Muell-Verschmutzung

Auf den Reisfeldern liegt Müll. Die Hühner picken im Müll. In den Wäldern befindet sich Müll. Die Makaken nagen an Müll. Und im Ozean schwimmen neben einigen bunten Fische in erster Linie tote Korallen und Müll!

Muell-am-Strand-Bali

Müll? – Nicht mein Problem, oder etwa doch?

Über Ozeane, die im Plastikmüll versinken, habe ich durchaus zuvor schon gelesen. Die Problematik ist ja in aller Munde. Doch irgendwie fühlte ich mich davon nicht direkt betroffen. Das Thema erreichte mich zwar, aber es weckte mich nicht auf. Natürlich achtete ich schon immer darauf, umweltbewusst zu handeln (Seife am Stück statt Flüssigseife, Brotdose statt Frühstücksbeutel  etc.). Doch bei Weitem nicht konsequent genug. So bin ich viel unterwegs und manchmal ist die Plastiktüte an der Kasse einfach das bequemste Mittel. Die Stofftasche, mit der mich meine Mama früher losschickte, um im Dorf-Geschäft schnell ein paar Dinge zu holen, geriet dabei – vor allem in letzter Zeit – nur allzu oft in Vergessenheit. Leider!

Müllproblematik auf Bali

Doch hier auf Bali wurde ich wachgerüttelt. Mir wurde bewusst: Ich muss endlich mehr für die Umwelt tun! Und zwar mit aller Konsequenz. Denn auf Bali ist die Müllproblematik wirklich extrem. So extrem, dass ich für das Thema richtiggehend sensibilisiert wurde. Vielleicht, weil es mich hier direkt betrifft. Weil ich durch Müll schwimme, weil ich durch Müll watsche und weil sich Plastikpartikel vor meiner Taucherbrille tummeln, wenn ich irrtümlicherweise schnorcheln gehe, um Korallenriffe zu bestaunen.

Muell-im-Ozean

Ich sehe also Tag für Tag, ob ich will oder nicht, wie ernst es um die Müllproblematik steht. Gleichzeitig sehe ich, was unser Müll mit der Umwelt anrichtet, wenn er nicht richtig entsorgt wird. Das ist auch der Grund, warum ich beschlossen habe, dem Müll den Kampf anzusagen! Und zwar diesmal richtig!

Müll – ein weltweites Problem

Denn ich kann mich nicht mehr länger aus der Verantwortung stehlen. Ich habe das Plastik im Meer gesehen und gespürt. Und es war eklig. Manch einer mag an der Stelle beim Lesen vielleicht  denken: Bali ist verschmutzt und die hat den Müll gespürt? – Ist das mein Problem? Dazu kann ich nur sagen: Ja, es ist unser aller Problem! Denn der Müll macht keinen Stopp, wenn er die Küsten Balis verlässt. Und er nimmt kein Ende, wenn wir ihm keins setzen.

Ich reise sehr viel. Und eins kann ich garantieren. Ich habe bisher wirklich in jedem Land, das ich bereiste, Müll an Orten gefunden, an die er nicht gehört. Ob in den Fjiorden Norwegens, an den Stränden Schwedens, im Outback Australiens, in den Seen Italiens, an den Küsten Großbritanniens, in den Wäldern Kambodschas, auf den Berggipfeln Österreichs, in den Parkanlagen Deutschlands … – Plastikmüll in freier Natur gab es noch überall zu sehen. Und ich finde, so lange Müll an Orten liegt, an die er nicht gehört, können und sollten wir alle was tun!

Wir sind das Problem!

Denn eigentlich sind wir ja das Problem. Neuerdings las ich unter anderem bei >>Reuters<<, dass eine 30-köpfige Expedition allein in dieser Saison auf tibetischer Seite den Mount Everest von 8,5 Tonnen Müll befreite. 8,5 Tonnen Müll in einer Saison auf dem Mount Everest! Da eine Besteigung gute 100 000 Euro kostet, kann man getrost behaupten, dass Müll und Vermüllung keineswegs ursächlich bei armen Menschen und armen Ländern liegen. Im Gegenteil. Wir bringen den Müll dahin!

Wir produzieren und konsumieren Plastik wie die Weltmeister

Es sind unsere Großkonzerne, die Nahrungsmittel in unzähligen Plastikverpackungen produzieren und wir, die nach in Plastik verpackten Lebensmittel schreien. Weil wir teilweise so bequem sind und so unkritisch. Ich denke da nur an in Plastik verpackten Fertigsalat mit Dressing in der Plastiktüte und Plastikgabel als angenehme Zugabe. Und weil wir auf unseren Plastikstandard auch in Entwicklungsländern nicht verzichten möchten. So werden Produkte in unzähligen Plastikverpackungen in Länder importiert, in denen Plastik vorher so gut wie keine Rolle spielte. Nur, damit wir eine kalte Dose Cola aus der Minibar und ein Take-away-Meal in der Schaumstoff-Schale genießen können. Eine Menüschale aus Bananenblättern wäre nämlich irgendwie ein bisschen zu exotisch für unseren Urlaubsalltag.

Kokosnüsse-Bali

Was ich sagen will: In den westlichen Ländern ist dieses Konsumverhalten noch irgendwie tragbar, wenn auch äußerst kritisch zu betrachten. In Ländern wie Bali, in denen es kaum eine ordentliche Müllentsorgung gibt und Recyclinganlagen nicht zum Standard gehören, ist ein solches Konsumverhalten aber problematisch, mehr noch bedrohlich. Für Produkte in Plastikverpackungen gibt es hier keinen Kreislauf. Das Plastik verharrt in der Umwelt. Deshalb müssen wir aktiv werden. Unser Handeln und unsere Ansprüche überdenken. Helfen, die Umwelt von Müll zu befreien! Und zwar nicht nur, wenn wir gerade auf Bali sind.

Müllabfuhr-Bali

Wir müssen aktiv werden!

Mein Freund und ich haben begonnen, unseren täglichen Schnorchelgang mit einer Müllsammelaktion zu verbinden. Und wir werden diese Aktion während unseres kompletten Aufenthaltes hier auf Bali und nachher auf unserer Weiterreise auch in allen anderen Ländern fortsetzen. Davon erhoffen wir uns, wenigstens einen kleinen Beitrag zu leisten, um die letzten noch existierenden Korallen am Leben zu erhalten. Denn wir möchten nicht, dass unsere Kinder, wenn wir irgendwann mal welche haben sollten und sie im Meer baden gehen wollen, im Müll schwimmen müssen.

Ausblick

Aber ich möchte darüber hinaus mehr tun, als nur Müll an einem Küstenabschnitt zu sammeln. Ich möchte mich weiter über das Thema informieren. Möglichkeiten herausfinden, um Müll allgemein in meinem Alltag zu vermeiden. Überlegen, wie ich das Thema als Lehrerin in den Grundschulunterricht einbauen kann. Und zwar so, dass es was bringt. Und ich will selbst aktiv bleiben. Denn wie Mahatma Gandhi schon sagte:

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst, für diese Welt!“ – Mahatma Gandhi in The Cultureur

Über neue Beobachtungen hier auf Bali, daraus resultierende Erkenntnisse und Ideen, wie man das Thema zielgerichtet und für alle Beteiligten gewinnbringend in den Unterricht einbauen kann, berichte ich euch in Kürze. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren 😉. Bis dahin, reflektiert euren eigenen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt und helft mit, die Erde sauber zu halten!

Unsere tägliche Ausbeute im Überblick

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