Künstlergärten – kreative Gärten für die Grundschule

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In der Reihe „Künstlergärten“ berichte ich euch über eine ganz besondere Art von Künstlergärten. Gleichzeitig zeige ich, wie man sie in der Grundschule verwirklichen und einsetzen kann. Vorweg aber erst einmal, wie ich darauf komme und was man sich unter Künstlergärten überhaupt vorstellen darf.

Zurzeit bin ich als reisende Grundschullehrerin in Australien unterwegs. Genauer gesagt in Australiens lebenswertester Stadt Melbourne. Selbstverständlich kann ich in so einer Stadt nicht nur arbeiten. Ich muss – wenn ich schon hier bin – natürlich auch so oft es geht all die lebenswerten Dinge um mich herum genießen. Deshalb versuche ich Arbeiten und Reisen so oft wie möglich zu verknüpfen. Das letzte Mal funktionierte dies vergangene Woche. Und zwar, als ich in St. Kilda den Veg Out Community Garden entdeckte.

Der Veg Out Community Garden Melbourne

Den Veg Out Community Garden muss man sich vorstellen wie eine grüne stressfreie, wohlduftende Oase inmitten einer 4 Millionen Metropole. Dabei ist dieser Garten keineswegs ein gewöhnlicher Garten. Er ist nicht nur chemiefrei, sondern der große Hauptgarten setzt sich aus 140 (!) kleinen, bunten und unglaublich individuellen Gärten zusammen. Darin können Anwohner sowie deren Familien und Freunde gärtnern und buddeln so viel sie wollen.

Die Individualität ergibt sich durch die Freiheit, die den Gärtnern zukommt. Jeder kann und darf in seinem Beet seine ganz eigene Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. Völlig ohne Vorgaben. Dabei ist die Freiheit keineswegs auf das Pflanzen verschiedener Gewächse beschränkt. Vielmehr noch erstreckt sie sich auf die kreative Freiheit, die den Menschen bei der Gestaltung ihrer Beete zukommt. Deshalb auch meine Bezeichnung Künstlergärten.

Blumen, Obst, Gemüse und Kunst haben hier die gleiche Stellung. Dadurch sind die Beete an Vielseitigkeit kaum zu übertreffen. Jedes einzelne Beet ist voller Persönlichkeit. Und in ihrer Gesamtheit sind die Beete mehr als beeindruckend.

Künstlergärten – kreative Gärten für die Grundschule

Als ich die vielen bunten Gartenbeete völlig unerwartet vom Gehweg aus durch einen Maschendrahtzaun erblickte, war ich schon ganz hin und weg. Doch Neugierde und Vorfreude wären richtige Untertreibungen für das gewesen, was ich spürte, als ich den ersten Schritt durch das Eingangstor machte. Mich überkam eine richtige Entdeckerlust. Ich hätte am liebsten sofort alle Beete auf einmal erkundet, so begeistert war ich. Und mit dieser Begeisterung war ich nicht alleine. Die vielen Kinder, die dort unterwegs waren, empfanden wohl dasselbe wie ich. Rund 140 kleine bunte Beete, jedes anders und jedes einzigartig. Kein Wunder also, dass nicht nur ich, sondern auch die Kinder begeistert waren.

künstlergärten in Melbourne

Völlig im Gartenrausch war ich fest davon überzeugt, dass von dem großartigen Konzept hinter den Veg Out Community Gardens nicht nur die ortsansässigen Kinder profitieren sollen. Ich wollte unbedingt, dass es mehr Kinder erreicht. So kam mir die Idee, das Konzept auf die Grundschule zu übertragen und in meinem Unterricht zu nutzen. Mein Ziel war klar: Ich wollte den Schulgarten – den viele von euch kennen – um den kreativen Aspekt erweitern. Ihn sozusagen zum Künstlergarten machen.

Denn es gibt zwei wesentliche Dinge, die in erster Linie für die Künstlergärten sprechen. Erstens, dass jedes Kind sein eigenes Beet hat, in dem es machen kann, was es will. Und zweitens, dass Blumen, Obst, Gemüse und Kunst die gleiche Stellung haben. Kurz: Dass Vielseitigkeit und Kreativität gewünscht und gefördert werden!

Aber damit nicht genug. Welches Potenzial noch in den Künstlergärten steckt und warum sie deshalb so wertvoll für Grundschulkinder sind, verrate ich euch im zweiten Teil aus der Reihe „Künstlergärten“.

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